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Andreas Küllmar, Multiplikator und Mitglied des Test­teams der Berufs­genossenschaft für Fahr­zeug­haltungen, Bezirks­verwaltung Wuppertal, spricht über seine persönlichen Erfahrungen mit Cusa, den Schulungen in seiner Bezirks­verwaltung (BV) und darüber wie Cusa den Verwaltungs­alltag verändert hat.

Können Sie ein paar Worte zur Projekt­arbeit, zu Ihrer persönlichen Rolle und zur Funktion Ihrer BV im Projekt der Cusa-Einführung sagen?

Als ich dazu gestoßen bin, lief das Projekt schon eine Weile. Ich bin gewisser­maßen nachnominiert worden, um an der Projekt­gruppe Cusa-Test und Cusa-Schulung teilzunehmen.

Sie haben also das Wissen aus Hamburg zu Ihren Kollegen in Ihrer Bezirks­verwaltung gebracht. Wann fanden die Schulungen statt?

Die Schulungen liefen den ganzen Tag. In der Regel gab es zwei Gruppen, eine vormittags und eine nachmittags, mit Unterrichts­zeiten von drei bis vier Stunden. So haben wir täglich für acht Stunden die Schulungen der BV-Mitarbeiter aus Wuppertal durchgeführt.

Die Mit­arbeiter der BV Wuppertal waren also bestens auf Cusa vorbereitet. Wie haben Ihre Kollegen die Schulungen aufgenommen?

Das gestaltete sich anfangs sehr schwierig. Viele haben zu dieser Zeit gedacht, Mensch, wir haben ein bestehendes System, das funktioniert. Wir haben keine Probleme. Warum brauchen wir etwas Neues? Akzeptanz für neun Wochen Schulungen zu schaffen, während die eigene Arbeit liegen bleibt und man sich später noch an ein neues System gewöhnen muss – das war sicher nicht einfach.

Aber es hat funktioniert und die Mitarbeiter entwickelten Interesse. Mit welchen Fragen wird man als Multi­plikator konfrontiert?

Die Leute waren sehr neugierig. Wie sieht das ganze aus, wie gestaltet sich die Zukunft, wie verändert sich unsere Arbeit? Die Ent­wicklung ist parallel voran­geschritten, sodass man den Leuten nicht immer sofort eine Antwort geben konnte.

Sie hatten in einer früheren Phase auch getestet. Konnten Sie Einfluss auf die Probeläufe und die daraus resultierenden Ver­änderungen nehmen?

Cusa ist ein bestehendes Programm. Die Ergebnisse der Test­phase wurden zur BGF-Projekt­gruppe oder zur HDP GmbH mit der Frage weitergeben, inwieweit man die Wünsche ver­wirklichen kann. Einige Dinge wurden umgesetzt und andere eben nicht.

Cusa ist auf Grund seines modularen Auf­baus bestens an verschiedenste Erforder­nisse anpassungsfähig. Welche Ein­drücke konnten Sie sammeln und wie haben Sie diese eingebracht?

Es wurden Vor­schläge aufgenommen und nach Hamburg weiter­geleitet, um zu prüfen ob man die Sachen umsetzen kann. Wir erhalten immer noch Meldungen, dass Dinge abge­wandelt werden und jetzt besser funktionieren oder ganz neu hinzu­gekommen sind.

Die Ein­führung eines neuen Software-Systems bringt auch eine Ver­änderung im Alltag mit sich. Inwiefern hat sich Ihr Alltag und besonders auch der Ihrer Kollegen ver­ändert?

Dieses Projekt war natürlich nur zu bewerk­stelligen, indem Kollegen, für die Zeit, die ich in Hamburg war oder während der Schulungs­zeit, meine Arbeit übe­rnommen haben. Es musste eine Ent­lastung meiner eigentlichen Auf­gaben statt­finden.

Das klingt nach großen Ver­änderungen im täglichen Ablauf. Welches Konflikt­potenzial bestand und wie gingen Ihre Kollegen damit um?

Das war unter­schiedlich. Am Anfang ist nie jemand begeistert, wenn man für die Arbeit eines anderen aufkommen muss. Im Laufe der Zeit hat sich für alle gezeigt, welche Dimension die ganze Umstellung hat. Damit wuchs das Verständ­nis, dass wir als Moderatoren nicht beides leisten können – unsere volle Arbeit machen und gleich­zeitig geschult zu werden und später auch zu schulen.

Es gab also viele Ge­spräche in Ihrer Verwaltung. Haben Sie diese Zeit als besonders anspruchs­volle Belastung empfunden?

Es hat wirklich viele Ge­spräche gegeben, obwohl von der Geschäftsführung aus von Anfang an klar kommuniziert worden ist, dass die Mit­arbeiter, die teilnehmen oder mit der Mo­deration befasst sind, freigestellt werden. Aber bis das auch bei dem Einzelnen ankommt, ist natürlich immer eine gewisse überzeugungs­arbeit notwendig. Ich musste meinen Kollegen davon über­zeugen, dass seine Mehr­arbeit einen Grund hat. Das dauerte schon eine Weile.

Reden wir über Cusa. Was ist Ihr Eindruck bislang?

Die Software an und für sich zeigt sich in modernerer Optik als unsere alte Software. Von der Ober­flächen­strukturierung her finde ich sie wesentlich über­sichtlicher. Ich habe allerdings den Eindruck mehr Klicks zu benötigen, um dahin zu kommen, wo ich hin will. Es gibt teils mühsame Blätter­funktionen, anstatt eine Funktion zum Scrollen. In meiner täglichen Arbeit sehe ich dennoch einige Vorteile, beispiels­weise, dass ich schnell einen über­blick über wichtige Daten bekomme. Sehr gut finde ich auch die Termin­kontrollen mit regel­mäßigen Vorlage­terminen.

Die Bedien­barkeit in einer sehr großen Anwendung wie Cusa wird sicherlich auch weiterhin verbessert werden. Gibt es bereits gute Funktionen, die es aus Ihrer Sicht lohnt, noch weiter zu optimieren?

Die Ober­fläche von Cusa ist sehr schön aufgebaut. Das Renten­zahl­verfahren finde ich von der An­wendung sehr gut und es ist in der Tat leicht zu bedienen. Hier könnte man sicherlich in der über­sicht­lich­keit etwas nachbessern.

Cusa ist seit 100 Tagen im Einsatz. Wie schildern Sie Ihre praktischen Er­fahrungen mit dem System?

Die Praxis zeigt, dass man sich umge­wöhnen und deutlich mehr Daten erfassen muss. Das wird natürlich erst einmal als Mehr­aufwand empfunden. Auf der anderen Seite sehe ich natürlich den Vorteil, dass wenn ich einerseits viele Daten eingebe, ich anderer­seits auch viele Daten abrufen kann. Die Ober­flächen­anordnungen wurden in manchen Bereichen besser gelöst, in anderen erscheinen diese eher umständlich. Das Unfall­konto sollte den Bezahl­status und die Rück­über­weisungen mit der jeweiligen Datums­angabe direkt anzeigen. Im Moment ist diese Funktion meiner Meinung nach noch etwas unÜbersichtlich.

Die lange Projekt­arbeit hat Sie sicherlich geprägt. Welche Erfahrungen konnten Sie für sich persönlich gewinnen?

Was ich als besonders positiven Teil der Schulungen empfunden habe, war das Training mit Gabriele Barth. Sie hat mit uns zusammen einzelne Punkte heraus­gegriffen und geübt, wie man es präsentiert. Die Zeit in Hamburg war eine wichtige Erfahrung, gleichzeitig aber auch eine echte Herausforderung.

Der Wechsel zu einem neuen System ist sehr anspruchs­voll. Hat sich die Um­stellung in ihrer Gesamt­heit gelohnt?

Man muss natürlich mit der Zeit gehen und in neue Soft­ware investieren. Darin besteht gleichzeitig die Chance einen inno­vativeren Weg zu gehen. Entsprechend sollte man an dieser Stelle auch vor ersten Hinder­nissen nie zurück schrecken.

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