Claudia Dankenbring ist in der Abteilung Berufskrankheiten (BK) der Berufsgenossenschaft für Fahrzeughaltungen (BGF) in Hamburg tätig. Sie erläutert, inwiefern dieser besondere Arbeitsbereich spezifische Anpassungen in Cusa benötigte und wie diese Herausforderungen gelöst wurden.
Auch ganz spezielle Arbeitsbereiche können mit Cusa kooperieren. Was war Ihre Aufgabe bei der Einführung von Cusa?
Die Berufskrankheiten spielen in Cusa eine Außenseiterrolle, da es sich bei der Masse der Fälle im Vergleich zum Unfallbereich um eine geringere Anzahl handelt. Diese Besonderheit galt es auch in Cusa zu berücksichtigen. Ich habe diese Nische vertreten und hatte die Aufgabe unsere Belange so einzubringen, dass unsere Abteilung mit circa 30 Mitarbeitern zukünftig genauso gut mit Cusa arbeiten kann.
Was ist in Ihrer Nische besonders und wie haben Sie Ihre Interessen erfolgreich eingebracht?
Im Projekt war zu prüfen, inwieweit spezielle Einstellungen, die von uns als Projektgruppe vorgenommen werden mussten, auch für die BK-Abteilung relevant waren. Wenn das nicht der Fall war, hatte ich dafür Sorge zu tragen, dass die objektbasierten Regeln einen entsprechenden Ausschluss für die BK enthalten. Wir haben dann eigene Regeln eingepflegt. Außerdem sind unterschiedliche und umfangreichere Statistiken im BK-Recht als im Unfallbereich zu erheben. Dementsprechend war die Mitgliederschnittstelle so zu erstellen, dass man nicht nur die aktuellen Mitglieder, was im Rahmen der Prävention auch wichtig ist, sondern auch erloschene Unternehmen findet. Im Unfallbereich ist zudem eine Plausibilitätsprüfung enthalten, ob zum Unfallzeitpunkt überhaupt eine Mitgliedschaft bestand.
Wie arbeiten Sie heute im täglichen Umgang mit Cusa?
Mit dem Eingang der BK-Anzeige werden die Grunddaten, die für die Anlage eines Falles in Cusa erforderlich sind, erfasst. Darüber hinaus erfolgt das Zahlungswesen, das Termingeschäft und die Statistik über Cusa. Um feststellen zu können, wo sich die Akte befindet, haben wir die Möglichkeit geschaffen, ein Organisationsmerkmal zu hinterlegen. Im Gegensatz zu früher bedeutet das natürlich einen Mehraufwand beim Erfassen, führt aber beim Suchen der Akte zu einer Erleichterung.
Es wurden einige Attribute von Cusa auf Ihre Arbeitssituation abgestimmt. Entspricht die Funktionsweise von Cusa auch in der Praxis Ihren Vorstellungen?
Cusa funktioniert und die Einführung ist auch wirklich gut gelaufen. Wir haben noch Probleme mit der Statistik, die aber derzeitig in enger Zusammenarbeit mit der Firma HDP abgearbeitet werden. Unsere Daten waren mit den Plausibilitätsprüfungen aus Cusa zu verbinden. Das war teilweise nicht einfach, weil mit dem Datenbestand aus dem alten System dieses Vorhaben nicht ohne Weiteres umsetzbar war. Ein Problem beim Importieren der Datenbestände war, dass teilweise anders geschlüsselt worden ist. Diese Schwierigkeiten sind aus meiner Sicht aber zeitnah lösbar.
Cusa kann auf Papier verzichten. Ihre Abteilung musste allerdings auf Ihre Arbeitszeit verzichten, die Sie in das Einführungsprojekt investiert haben. Wie wurde das in Ihrem BK-Team aufgefangen?
Während der Projektarbeit bin ich von meinen Mitarbeitern sehr unterstützt worden. Die anderen Gruppenleiter haben eine Vertretung leisten müssen. Die Gruppe, die ich leite, musste sich darauf einstellen, dass es nicht mehr nur einen Ansprechpartner gab.
Nun arbeitet auch die BK-Abteilung seit einiger Zeit mit Cusa. Wie schildern Sie Ihre Erfahrungen?
Bestimmte Sachen funktionieren heute anders. Die Umbuchungen wurden früher in dem Aktenzeichen gemacht, zu dem die Rechnung gehört. In Cusa macht derjenige die Umbuchung, der die Rechnung bezahlt hat. Für die Bezirksverwaltung in Hamburg hat sich geändert, dass wir ein eigenes Konto erhalten haben und Geldeingänge selbst verbuchen. Früher wurde dies über die Hauptverwaltung abgewickelt. Anders ist auch, dass mit der Anlage der Fälle und dem Tagesablauf mehr Eingaben in Cusa getätigt werden können, und sogar teilweise müssen. Auf der anderen Seite entfallen aber bestimmte Prüflisten. Mit den so genannten „5%-Listen“ musste die Gruppenleitung stichprobenartig Zahlungen kontrollieren. In Cusa erhält der Sachbearbeiter den automatischen Hinweis auf die „5%-Kontrolle“ und legt die Akte entsprechend vor.
Wie lautet Ihr persönliches Fazit über Cusa?
Ich kann für meinen Bereich sagen, dass Cusa sicherlich ein System mit neuen Herausforderungen ist, wir aber für uns äußerst zufrieden stellend damit arbeiten können.