Rüdiger Curth arbeitet seit über zehn Jahren für die Bezirksverwaltung der Berufsgenossenschaft für Fahrzeughaltungen (BGF) in München und fasst seine Erfahrungen aus fast zwei Jahren Projektarbeit und Cusa im täglichen Einsatz zusammen.
Sie haben von Beginn an mitgewirkt. Was war Ihre Aufgabe?
Ich hatte eine Doppelrolle. Zum einen war ich Mitglied der Fachgruppe, die für die Anpassung von Cusa an die BGF-Belange zuständig war. Zum anderen Teil war ich Assistent der Projektleitung. Ich habe Herrn Neumann, Frau Baljöhr und Herrn Balke unterstützt und war meist drei Tage pro Woche in Hamburg, manchmal auch die ganze Woche.
In der Cusa-Einführungsphase reisten Sie entsprechend häufig von München nach Hamburg, um dabei zu helfen, dass Cusa erfolgreich implementiert werden konnte. Was hat die Projektarbeit für Sie besonders spannend gemacht?
Ich habe an der Fachgruppe teilgenommen und konnte mich an dieser Stelle auch am besten einbringen. Das ist letztlich auch ein Wesen der Projektarbeit – Mitarbeiter A macht eben nicht nur die Aufgabe X und Mitarbeiter B nur die Aufgabe Y. In der Projektarbeit muss man besonders flexibel sein, wodurch von sich aus schon immer wieder neuartige und interessante Aspekte entstehen.
Während Ihrer Aufgaben im Projekt haben Sie eine ganz neue Art der Zusammenarbeit erlebt. Welche Erfahrungen haben Sie mit der HDP GmbH und den anderen Bezirksverwaltungen gemacht?
An der Zusammenarbeit mit HDP kann ich nichts aussetzen. Die Leute kannten sich aus, haben sich gekümmert und standen für Fragen immer zur Verfügung. Die anderen Mitarbeiter aus dem Bereich Leistung und ich sind in die Projektarbeit hinein gewachsen, weil es eine völlig andere Arbeit als die Sachbearbeitung ist. Jeder hatte seine festen Schnittstellen zu einem anderen Aufgabenbereich. Wie ich eben schon sagte, in solch einem Projekt muss man sich besser auf vielfältigere Aufgaben einstellen können. Genauso wichtig ist eine umfangreiche Kommunikation, weil es so viele verschiedene Teilaufgaben gibt, die auf einander aufbauen.
Nachdem Sie im Projekt Cusa-Einführung seit fast zwei Jahren aktiv sind, wie war Ihre Einstellung zum Tag 1, wie hatte sich dies im Projektverlauf geändert und wie stellt es sich heute nach 100 Tagen Cusa im Einsatz dar?
Gabriele Barth hat uns das Wissen blockweise vermittelt. Dadurch hatten wir anfangs verschiedenste Inselkenntnisse. Der große Überblick stellte sich jetzt erst ein, als man alle Funktionen kennen lernte oder zumindest einmal gesehen hatte. Jetzt merke ich auch, dass ich links herum viel eleganter weiter komme, als wenn ich rechts herum arbeite. Das ist Learning by Doing. Heute kenne ich die Masken, ich weiß die Menüs bereits auswendig. Als Beispiel, die Termine: Sie haben die Nummer 310 und so muss ich nicht mit F8 immer weiter, weiter, weiter klicken, sondern kann sie direkt aufrufen. Bestimmte Abläufe merkt man sich und muss nicht über die Suchfunktion gehen. Man muss seine Abläufe an das Programm anpassen, da Cusa eine andere Arbeitsweise erwartet als Idefix.
Wie stellt sich genau ein Vergleich von Cusa, Ihrem neuen System, und dem alten System Idefix dar?
Bei Cusa 2 gibt es ein Hauptmenü, welches man in viele Untermenüs verzweigen kann und somit einfacher mehrere Informationen auf einen Blick hat. Es ist möglich, sehr schnell in die jeweilige Spezialfunktion zu gelangen, beispielsweise Unfalldaten ändern, Konten betrachten, Zahlungen vornehmen, Termine und Rentensachen überblicken. Mit Cusa kann man viel mehr machen und das heißt auch, dass man sich viel mehr merken muss. Auf den ersten Blick ist das ein Mehraufwand, wie das am Beispiel der stationären Rechnungen deutlich wird. Ohne dass ein stationäres Intervall eingetragen ist, kann keine Rechnung gezahlt werden. Bei Idefix hatte ich eine Rechnung, habe die Funktion Zahlung aufgerufen und das Konto 460 angesprochen, dann den Betrag und die IK-Nummer eingegeben und damit war der Vorgang beendet. Bei der Erfassung des Eingangsdokuments, das kommt in Cusa hinzu, erfasse ich nun die Zahlung und das Programm sagt mir, dass kein Zahlungsintervall hinterlegt ist – so nicht! Dann muss man erst einmal nach Vorne gehen. Das sind Sachen, die muss man wissen. Das ist Lehrgeld, das zahle ich auch noch.
Der vermeintliche Mehraufwand entpuppt sich demnach als bessere Datenqualität. Man bildet eine größere Menge an Daten ab und hat gleichermaßen mehr Daten zur Verfügung. Ist es auf diese Weise möglich, umfassendere Arbeitsbereiche einzubinden?
Genau das ist der Vorteil! Allein durch die Eingabe des stationären Intervalls „von bis“ und der IK-Nummer wird auch ein Dok mit erledigt. Der Mehraufwand den man scheinbar zu Anfang hatte, um einen bestimmten Vorgang zu bearbeiten, nimmt einem auf der anderen Seite wieder etwas Arbeit ab. Ich muss bei der Eingabe zwar dreimal mehr klicken, spare mir aber woanders vier Klicks und habe auf diese Weise einen Klick gespart. Ich kann das zwar nicht abschließend bewerten, aber womöglich gibt es bei einigen Sachbearbeiter-Gruppen einen Mehraufwand, wovon andere profitieren. Unterm Strich wird durch die Eingaben auch später anfallende Arbeit eingespart. Ich habe gerade einen Fall im Unfallkonto, da drücke ich F4 und habe die Summe. Entsprechend gebe ich das in Cusa ein und erspare auch meinem Vorgesetzten Arbeit, weil ich ihm die Daten damit direkt liefern kann.
Sie haben ein positives Bild von Cusa gezeichnet. Was nehmen Sie aus der langen Projektarbeit für sich persönlich mit?
Ich habe eine Menge neuer Menschen aus den verschiedenen Abteilungen kennengelernt. Wichtig war es, dass die einzelnen Bezirksverwaltungen allesamt Vertreter geschickt haben, die zusammen kamen und mehr oder weniger das gleiche auf unterschiedliche Art und Weise erledigt haben. Dadurch konnte man sich bestimmte Vorgehensweisen für die eigene Arbeit mitnehmen. Man lernt sich kennen, man bildet ein Netzwerk. Man spricht zusammen, man tauscht sich aus. Das finde ich sehr wichtig. Es war schön zu sehen, wie die technischen Abteilungen, die zuvor gar nichts mit den fachlichen Abteilungen zu tun hatten, in den Arbeitsprozess eingebunden worden sind. Dadurch verstehen sie die Nöte der Endanwender viel eher.
Wie sieht Ihr Fazit aus – warum lohnt es sich mit Cusa zu arbeiten?
In einem Satz würde ich sagen, dass Cusa ist in vielen Punkten eine große Erleichterung und in vielerlei Hinsicht umfassender ist, als es unser altes Programm Idefix war.